Sich selbst bewusst sein – egal wie und wo man lebt…

Die letzten drei Wochen hatte ich einen Gast in meiner Wohnung. Jemand, den ich vorher nicht kannte, ergab sich einfach so. Dieser Mensch, gebürtig Schweizerin, lebt ansonsten in Indien – und zwar in Auroville. Und damit seit über 20 Jahren in einem spirituellen Umfeld, welches als Ziel die „Verbesserung der Welt“ hat.

Ich war gespannt auf die Gespräche, auf die Schilderungen des Lebens dort, der Wahrnehmungen vom Leben hier. Und bekam einige amüsantes zu hören: über viel zu viele, endlose Meetings, langsame Entscheidungsprozesse, Menschen, die sich persönliche Vorteile verschaffen – aber auch von berührenden Aspekten. Hört sich irgendwie bekannt an auch in unserer Welt, oder? (aber alles stark in der „grünen Ebene“, wenig „orange“, die Farben und das Konzept von Spiral Dynamics –  siehe Blog 15.5.16 – kennt sie übrigens auswendig).

Und Fazit von uns beiden bei einem Glas Wein am letzten Abend: egal wie und wo du lebst, es sind immer die gleichen Themen, die dich in deinem Inneren beschäftigen, frustrieren, erfreuen. Und der Kern ist dabei immer wieder das eigene „Ego“, der Teil, der Bestätigung, Wertschätzung sucht, der Angst vor Verlust hat, der Zugehörigkeit oder Distanz braucht.

Auch wenn man schon unter bewusstem Verzicht von vielen materiellen Dingen lebt, die uns hier (in der CH) in unserem Leben locken und von uns selbst ablenken – es sind die gleichen Muster. Also: wie bewusst bin ich mir, warum ich wie reagiere, was davon ist für mich und andere gut oder hinderlich – egal ob im beruflichen oder privaten Leben (wenn es diese Trennung denn notwendig ist).

Es ist und bleibt das Thema des eigenen Bewusstseins, des Selbstbewusstseins, des Ich-Bewusstseins – eine Eigenschaft, die den Homo Sapiens (siehe letzter Blog) auszeichnet. Als ich rumgesurft habe, was diese Begriffe „offiziell“ eigentlich meinen, habe ich irgendwann aufgehört. Anscheinend kann man das „Bewusstsein“ nicht so einfach definieren (gefundenes Zitat: „Du kannst durchaus zum Bewusstsein forschen – nur solltest du vorher unbedingt eine unbefristete Stelle haben“, John Searle).

Gut zu lesen war ein ausführlicher Artikel dazu in der Zeit (02/2012), der das Thema aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Hirnforscher sagen hier z.B.„…Selbstbewusstsein…sei weniger ein Ausdruck individueller geistiger Fähigkeiten, sondern vor allem das Talent, ein kulturelles System aufzusaugen, mit anderen Menschen zu kommunizieren, zusammenzuarbeiten und von anderen zu lernen….wir Menschen sind dafür gemacht, die Köpfe zusammenzustecken.“

Also: die Anlagen dazu haben wir, gut zusammen zu arbeiten. Schonmal gut. Dann braucht es wohl „nur“ noch, dass wir uns unseres Selbst-Bewusstseins auch bewusst sind und es selbst bewusst entwickeln :-).

Und wie? – Durch (immer wieder, enden wird das wohl nie…) Innehalten im täglichen Ablenkungs- und Beschäftigungsstrudel, seine eigenen Werte verstehen und fühlen – heutzutage oft mit dem Begriff „Achtsamkeit“ tituliert. Fast leider schon ein Buzzword, dennoch ein wichtiges Thema, um zunächst mit sich und damit auch mit anderen gut umzugehen – und vielleicht auch hier im Alltag die Welt ein bisschen besser zu machen.

Wie der Weg zum Innehalten geht, ist für jeden von uns wohl unterschiedlich. Für mich ist es eine Mischung aus verschiedenen Zutaten, die ich zwar schon kenne – aber an der richtigen Rezeptur probiere ich weiter.

Euch eine ganz schöne, hoffentlich nun sommerlichere  Woche!

Lieben Gruss Martina

Manifestiere Offenheit.
Umarme Einfachheit.
Reduziere Selbstsucht.
Habe wenig Wünsche.

Laotse

 

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